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[vortrag&diskussion] Das ‚bedingungslose Grundeinkommen‘ und sein unheimlicher Freundeskreis beweisen: Der Kapitalismus ist einfach unverbesserlich!

Ort: BOCHUM, Ruhr-Universität (RUB), AStA-Kulturcafé
Zeit: Dienstag, 16. Januar 2018 um 19:00 Uhr
Veranstalter: Kritik und Argumente
Eingeladen ist ein Referent des GegenStandpunkt-Verlags

Ein Rezept gegen unzeitgemäße Armut? – Das ‚bedingungslose Grundeinkommen‘ und sein unheimlicher Freundeskreis beweisen: Der Kapitalismus ist einfach unverbesserlich!

Linke Vertreter der Idee meinen, dass die Armut, die in unserer Marktwirtschaft Marke BRD heimisch ist, angesichts beeindruckender Warenberge und Produktivkräfte eigentlich überflüssig und die Möglichkeit ihrer glücklichen Überwindung deswegen mit Händen zu greifen ist: Mit der passenden Dosis Umfairteilung wollen sie dem Kapitalismus die Bedrohung durch Armut abhandeln, die so vielen seiner Insassen zu schaffen macht.

Solche wohlmeinenden Ideen fangen sich seit jeher von den ideellen wie den wirklichen Sachwaltern der ‚herrschenden Zustände‘ mit dem Verweis auf eben diese ‚herrschenden Zustände‘, die ‚nun mal‘ so sind, wie sie sind, ihren antikritischen Konter ein: Sie beißen sich an der unumstößlichen marktwirtschaftlichen Realität einfach die Zähne aus und ihre Vertreter blamieren sich als realitätsferne Träumer – was ganz selbstverständlich für die ‚Realität‘ und gegen die Verbesserungsideen sprechen soll.

Doch mittlerweile hat das bedingungslose Grundeinkommen neue, mächtige Freunde gewonnen: In Davos und anderswo wird der Vorschlag von Industriekapitänen und Konzernvorständen selbstbewusst aufgegriffen und als Antwort auf die ‚Probleme‘ ihrer schönen neuen ‚Arbeitswelt 4.0‘ ins Spiel gebracht – die sie in den goldenen Zeiten digitalisierter Weltmarktkonkurrenz mittels Massenentlassungen und Niedriglöhnen auch weiterhin tüchtig herzustellen gedenken. Und auch die Politik denkt über das Grundeinkommen nach; darüber nämlich, ob es nicht ein zeitgemäßer Ersatz für die ein oder andere kompliziert konstruierte Sozialkasse sein könnte – und kündigt damit an, sich machtvoll um alle Probleme zu kümmern, die ihr aus Armut und Existenznot erwachsen, mit denen sie auch in Zukunft ganz fest rechnet. Ausgerechnet am berechnenden Gequatsche von Unternehmern und Politik über das Grundeinkommen wäre also zu lernen, wie verbissen die Macher des Kapitalismus darauf bestehen, dass Armut und Wachstum untrennbar zusammengehören.

In die Debatte, ob die schöne Idee des bedingungslosen Grundeinkommens durch die unverhoffte Schützenhilfe nun endlich möglich oder in den ‚falschen Händen‘ missbraucht wird, mischt der Vortrag sich nicht ein. Der Vorschlag ist weder zu bescheiden, noch unrealistisch und schon gar nicht menschengerecht – sondern ein einziger, fataler Irrtum über den Charakter von Arbeit und Reichtum in dieser Gesellschaft.

[veranstaltungstipp] Fortsetzung: „Raketenmann“ vs. „dementer US-Greis“

Die GEGENSTANDPUNKT-Redaktion bietet die Gelegenheit zur politischen Diskussion

Jour fixe in Dortmund – Regelmäßiger Diskussionstermin

Ort: Dietrich-Keuning-Haus, Leopoldstr. 50-58 (Hbf Nordausgang), Dortmund, Raum 226
am Dienstag, den 19. Dezember 2017, um 19.00 Uhr

„Raketenmann“ vs. „dementer US-Greis“
Nordkoreanisch-amerikanische Fortschritte in Sachen Souveränität und Weltmacht

Im Frühsommer 2017 eskaliert zwischen Nordkorea und den USA der (atom-)kriegsträchtige Konflikt, von dem die professionellen Beobachter des Zeitgeschehens einerseits wissen, dass er Tradition hat, andererseits, dass diesmal die Dinge doch etwas anders, viel gefährlicher liegen als bisher. Anders als bisher nimmt sich auf jeden Fall die von ihnen vorgenommene Verteilung von Schuldsprüchen aus, die sie schon für das vollgültige Urteil über die Sache halten.

In dieser Hinsicht ist ein neuer Trend zu etwas mehr Ausgewogenheit zu vermelden, so dass Nordkorea bisweilen tatsächlich so etwas wie ein – zynisches, aber immerhin – „nachvollziehbares Kalkül“ attestiert wird, wie sich umgekehrt die USA, die ja seit Jahresbeginn der bei uns nicht so gut angesehene D. Trump regiert, von ihnen „wenig hilfreiche Scharfmacherei“ bis hin zu „bewusster Eskalation“ und gar „eine für die ganze Welt gefährliche Kriegstreiberei“ vorwerfen lassen müssen.

Auf diese Weise kommt weder zur Sprache, was der weltpolitische Gehalt des mehr als 60 Jahre andauernden Konfliktes war und ist, noch das, was die wirklichen Neuerungen des Jahres 2017 sind.

Wer nicht damit zufrieden ist, sich die kriegsträchtige Lage im pazifischen Raum als das Werk von verrückten Machtmenschen zu erklären, sollte auch den nächsten Termin nicht verpassen.

Wir wollen die Diskussion vom 28.11. fortsetzen und wenn noch Zeit ist, damit beginnen, Kataloniens demokratischem Kampf um die Freiheit einer neuen Staatsgewalt zu besprechen:

Katalanischer Sezessionismus gegen spanischen Zentralismus

Zweimal Volk, Staat und Nation zum Abgewöhnen

In Katalonien eskalieren Sezessionisten gegen die Zentralgewalt ihr Projekt einer eigenständigen katalanischen Staatlichkeit.

Dürfen die Katalanen das? – lautet die erste Frage, die alle für spannend halten; nur wir nicht. Sie ist nämlich albern angesichts des Kampfes darum, von welcher nationalen Staatsgewalt die Katalanen in Zukunft als ihr Volk verbucht werden, die ihnen praktisch vorgibt, was sie dürfen und was nicht. Und dass so ein Kampf um die legitime Staatsgewalt übers Volk ganz selbstverständlich mit Gewalt gegen das Volk bzw. seine aufsässigen Teile geführt wird, also ohne Opfer durch das liebe Volk nicht zu haben ist, führen katalanische Sezessionisten und spanische Zentralgewalt in aller Abgebrühtheit vor.

Kann man die Katalanen nicht verstehen? – auch diese Frage interessiert uns eher nicht. Alle Antworten, die man darauf für gewöhnlich hört, sind nämlich keine, triefen dafür aber für Verständnis. Das gilt für die lange glorreiche, also trostlose und blutige Geschichte, die kein heutiger Katalane selber erlebt hat; das gilt für die Sprache, in der genauso viel Sinn und Unsinn geredet wird, wie in jeder anderen; das gilt ebenso für das Gerede von einer überlegenen katalanischen Tüchtigkeit, die auch in Katalonien offenbar vor allem in der Verachtung fürs als minder tüchtig angesehene spanische Restvolk besteht. Und das gilt erst recht für alle Verweise auf die schlimmen ökonomischen Lebensumstände, die im Zuge der Krise und der Krisenbewältigung des letzten Jahrzehnts die Existenz vieler Katalanen versaut haben: Denn weder unterscheiden sich diese Lebenslagen von denen der Krisenopfer im Rest Spaniens, noch sind sie eine Gemeinsamkeit zwischen den Katalanen; auch unter denen soll es ja die marktwirtschaftlich einschlägigen Unterschiede zwischen oben und unten, reich und arm geben.

Was taugt der in Katalonien aufsässig werdende volkstümliche Wunsch nach einer echt eigenen Herrschaft? – das ist darum die einzig wirklich spannende Frage. Denn auch wenn es heutzutage als ganz normal gilt: Einfach so einleuchtend ist jedenfalls nicht, wenn die durch die Taten ihrer politischen Herren in Madrid zum Wohl und Wiederaufstieg des spanischen Kapitalismus gebeutelten Massen auf nichts anderes kommen, als sich andere Herren zu wünschen, die ihnen den selben Kapitalismus dann auf Katalanisch verabreichen.

 

 

[veranstaltungstipp] Wer verdient warum wie viel?

Die GEGENSTANDPUNKT-Redaktion bietet die Gelegenheit zur politischen Diskussion

Jour fixe in Dortmund – Regelmäßiger Diskussionstermin

Ort: Dietrich-Keuning-Haus, Leopoldstr. 50-58 (Hbf Nordausgang), Dortmund, Raum 226
am 10.10.17, um 19.00 Uhr

Wer verdient warum wie viel?

Gegen das moralische Rechten um Einkommensunterschiede


Wer Antworten haben will auf Fragen wie…

Ist es ein Skandal, dass mancher Konzernmanager zwischen 100- und 200-mal mehr verdient als die tariflich bezahlten Facharbeiter, die er kommandiert? Oder geht das in Ordnung, weil vom Geschick der Betriebsführer schließlich Job und Existenz von Zehn- oder gar Hunderttausenden abhängen?
— Ist es gerechtfertigt, dass ein Zahnarzt ein x-faches mehr verdient als seine Angestellten, weil er ja schließlich jahrelang studiert hat und außerdem das finanzielle Risiko trägt? Oder ist das nicht zu rechtfertigen, weil das bisschen Handwerk von den Zahnarzthelferinnen genauso gut zu erledigen wäre?

Ist es gerecht, dass manche Immobilienbesitzer pur mit ihrem Grundstück stattlich Geld verdienen, während manche Bauern, die ihren Grund und Boden beackern, immer gerade so oder noch nicht einmal über die Runden kommen? Oder ist es ungerecht, dass die Landwirte Jahr für Jahr milliardenschwere Beihilfen aus Steuergeldern abgreifen?

… der wird sich auf unserer Veranstaltung schlecht bedient finden. Wir können nämlich die Debatten über die (Un-)Gerechigkeit von Einkommen und ihren Unterschieden nicht ausstehen.

Denn die Rechts- oder Unrechtsurteile, die da gefällt werden, sind erstens praktisch belanglos. Zweitens sind sie theoretisch beliebig: Gegen jede Beschwerde über Ungerechtigkeiten beim Einkommen gibt es garantiert eine passende Verteidigung, die genauso logisch oder unlogisch ist. Und drittens wird bei solchen Debatten die einzige Frage nie gestellt, die wirklich fällig wäre: Warum passen Beruf und Einkommen für so viele Leute so schlecht zu den Notwendigkeiten und Freiheiten, die das Einkommen, erworben durch Einsatz von Lebenszeit und -kraft, doch bezahlen muss und soll?

Können wir eine Alternative bieten?

Ja!
Erstens die abschließende Kritik des Vorurteils, letztlich müsse doch irgendwie zu haben und zu finden sein, was keine praktische Erfahrung jemals bestätigt oder belegt hat: eine echte, logisch und moralisch nachvollziehbare Entsprechung von individueller Tätigkeit und Bezahlung.
Und zweitens ein paar Hinweise darauf, für welche Dienste woran die Figuren in der Marktwirtschaft – vom Minilöhner bis zum Manager – ihre Kohle tatsächlich kriegen.

Lesetipp: GegenStandpunkt 3-17 – Wer verdient warum wie viel? Gegen den Moralismus in der Einkommensfrage.


Wählen ist verkehrt!

Die GEGENSTANDPUNKT-Redaktion bietet die Gelegenheit zur politischen Diskussion

Jour fixe in Dortmund – Regelmäßiger Diskussionstermin

Ort: Dietrich-Keuning-Haus, Leopoldstr. 50-58 (Hbf Nordausgang), Dortmund, Raum 226
am Dienstag, 12. September, um 19.00 Uhr

Das Volk hat die Wahl, die Regierung die Macht: Wählen ist verkehrt!

Fürs Wählen gibt es viele Gründe, offenbar mindestens so viele wie Parteien, die gewählt werden wollen:

Noch nie stand Deutschland so gut da wie heute. Dank Angela Merkel!“ sagt die CDU. Dafür soll man sie wählen. Weil sie die nationalen Reichtumsbilanzen produziert hat, an die man dabei denken soll? Oder weil die Kanzlerin ja schon so lange erfolgreich an der Macht ist? Oder weil es einfach nur schön ist, vom Erfolg einer Nation abhängig zu sein, die auch wirklich – nämlich gegen ihre Konkurrenten in Europa und weltweit – Erfolg hat?

In Deutschland bekommen viele hart arbeitende Menschen nicht das, was ihnen zusteht!“ sagt die SPD. Dafür soll man sie wählen. Weil sie das jetzt ganz neu herausgefunden hat? Oder weil auch sie seit eh und je dafür verantwortlich ist? Oder weil die SPD wenigstens weiß, was wem – zumindest eigentlich – von dem Reichtum zustünde, von dem den meisten in der sozialen Marktwirtschaft der BRD noch nie etwas anderes zugekommen ist als ein Arbeitsleben im Dienst an diesem Reichtum?

Die SPD braucht Druck von links!“ sagt die Linkspartei. Dafür soll man sie wählen. Weil dann die SPD aus Angst vor dem Druck mit ihr koaliert und diese Koalition dann alle ökonomischen Rechnungen außer Kraft setzt, die Arme arm und Reiche reich machen? Oder weil dann wenigstens diejenigen mitregieren können, die wirklich wissen, was wem zumindest eigentlich …?

Nur mit den Grünen gelingt die grüne Mobilitätswende!“ sagen die Grünen. Dafür soll man sie wählen. Weil es so herrlich und vernünftig ist, dass ökologisch ist, was Automobilarbeitsplätze schafft? Oder weil die Grünen bei der politischen Sorge um die Gewinnbilanzen des Wirtschaftsstandorts Deutschland so glaubwürdig die zerstörerischen Umweltfolgen mitzubedenken und mitzuregeln versprechen – und das gleich im Namen der ganzen Menschheit?

Die etablierten Parteien vertreten das Volk nicht und kümmern sich lieber um Flüchtlinge!“ sagt die AfD. Dafür – na klar – soll man sie wählen. Weil ein guter Deutscher mit seinen alltäglichen Sorgen von seiner Führung vor allem erwarten kann, dass sie ihn vor denen bewahrt, die nicht zu dieser großartigen Nation gehören und kein Recht auf Zugehörigkeit zu ihrem großartigen Volk haben?

Jede andere Partei aber verspricht, dass sie – jede jeweils besser als alle anderen – „den Rechtspopulismus bekämpft“, indem sie der AfD mit viel Verständnis für einen ‚recht verstandenen Patriotismus‘ ihr rechtes Wählerpotential abspenstig macht. Und zwar schlicht dadurch, dass sie ganz konsequent alles das macht, was sie sowieso im Programm hat.

Dabei sind sich alle konkurrierenden Angebote von rechts bis links in einem entscheidenden Punkt einig: Was das gute Volk will und worauf es ein Anrecht hat, ist eine Herrschaft über sich, von der es sich einbilden darf, sie wäre für die guten Deutschen da, nur weil denen erlaubt wird, sich in größeren Abständen per Wahl in herrschaftliche Personalfragen einzumischen.

Fürs Wählen werden dem Volk also viele Gründe angeboten; nur kein einziger guter. Und den konkurrierenden Bemühungen um die Stimme der Bürger ist durchaus zu entnehmen, bei wem – wenn schon nicht beim Wähler – der wirkliche Nutzen der aller paar Jahre neu angesetzten Veranstaltung liegt.

Lesetipp: Decker, Peter: Demokratie – Die perfekte Form bürgerlicher Herrschaft, 2013.

[veranstaltungstipp] G20 in Hamburg

Die GEGENSTANDPUNKT-Redaktion bietet die Gelegenheit zur politischen Diskussion

Jour fixe in Dortmund – Regelmäßiger Diskussionstermin

Ort: Dietrich-Keuning-Haus, Leopoldstr. 50-58 (Hbf Nordausgang), Dortmund, Raum 226
am Dienstag, 11. Juli, um 19.00 Uhr

G20 in Hamburg: Der Gipfel gemeinsamer Verantwortung – Imperialistische Konkurrenz in Höchstform

G20-Präsidentin Merkel hat als Devise ausgegeben, dass die teilnehmenden Staaten „besondere Verantwortung für die Lösung aller globalen Fragen“ wie Klimawandel, Hunger und Flüchtlinge tragen, weil „sie immerhin drei Viertel des Handels und über vier Fünftel des Bruttoinlandsprodukts der Welt vereinen“. Wie schön, dass das Menschheitskollektiv, das gemeinsam unter allerlei vom Himmel gefallenen Problemen leidet, dann doch einen offensichtlich überhaupt nicht gemeinsamen Reichtum aufzuweisen hat, der sich irgendwie in ein paar Elite-Nationen sammelt. Die sind darum die berufenen Helfern für den betroffenen Rest. Solche Mächte haben „besondere Verantwortung“, verlangen also vom Rest der Welt und gegeneinander, dass sie verbindlich bestimmen, worin die „globalen Fragen“ und ihre „Lösung“ bestehen sollen.

Neu ist dieses Jahr, dass der Chef des größten und mächtigsten Mitglieds des G20-Clubs an der Heuchelei gemeinsamer Verantwortung für die Probleme der Menschheit kein Interesse mehr hat. Für Deutschland eine große Herausforderung: Schafft es der Exportweltmeister und die europäische Führungsmacht, eine Front der G19 gegen den „Klima-Leugner“ und „Flüchtlings-Hasser“ Trump hinter sich zu bringen? Also sich zur Führungsmacht der Staaten zu machen, die sich zu reich und zu mächtig finden, um sich von den USA bei der „Lösung aller globalen Fragen“ ignorieren zu lassen? Die Menschheit darf auf jeden Fall gespannt sein, für welche Manöver imperialistischer Gipfeldiplomatie Klimawandel, Hunger und Flüchtlinge dieses Mal gut sind.

Worum es bei solchen Weltwirtschaftsgipfeln geht und was den aktuellen G20-Gipfel so speziell macht, darüber wollen wir diskutieren.

[veranstaltungstipp] Donald Trump und sein Volk – zu ihrem Glück vereint

Die GEGENSTANDPUNKT-Redaktion bietet die Gelegenheit zur politischen Diskussion

Jour fixe in Dortmund – Regelmäßiger Diskussionstermin

Ort: Dietrich-Keuning-Haus, Leopoldstr. 50-58 (Hbf Nordausgang), Dortmund, Raum 226
am Dienstag, 13. Juni, um 19.00 Uhr

Ein Sieg des Populismus im Herzen der Demokratie

Donald Trump und sein Volk – zu ihrem Glück vereint

Wir wollen erklären…

was Donald Trump meint, wenn er von „the people“ spricht;

warum er und halb Amerika davon ergriffen sind, dass er als Milliardär sich mit amerikanischen Fabrikarbeitern eins und einig präsentiert; und was eigentlich ein „hard working american“ ist;

wieso er als Inhaber des höchsten aller institutionalisierten Ämter ausgerechnet die Institutionen und Ämter der USA als „Establishment“ beschimpft und so manche von ihnen nach Kräften bekämpft;

welche Mission für sein Volk und seine Nation er nämlich verfolgt, wenn er mit dem, was er beiden versprochen hat, im Amt ernst macht.

Zudem soll es Gelegenheit geben, über Fragen, Kritik oder Ergänzungen zur letzten Trump-Vortragsveranstaltung zu diskutieren!

[vortrag&diskussion] Donald Trump: Ein neuer Führer für das großartigste Volk der Welt

Ort: BOCHUM, Ruhr-Universität (RUB), AStA-Kulturcafé
Zeit: Dienstag, 23. Mai um 19:30 Uhr
Veranstalter: Kritik und Argumente
Eingeladen ist ein Referent des GegenStandpunkt-Verlags

Dass Trump in Deutschland keine gute Presse hat, verwundert uns nicht. Er verkündet mit der Macht eines US-Präsidenten, die jeder gute – also gerade jeder regierende – Deutsche einfach nur neidvoll zur Kenntnis nehmen kann, ja nicht nur einen Aufbruch seiner wunderschönen amerikanischen Heimat. Die regierenden Anwälte weltweiten deutschen Geschäfts und machtvoller deutscher Verantwortung in Europa und darüber hinaus sowie ihre einfühlende nationale Öffentlichkeit bemerken auch: Der neue Mann im Weißen Haus hat mit seiner Unzufriedenheit über den Zustand seiner Nation und mit seinem Versprechen, America wieder so great zu machen, wie es der Nation nach seinem Dafürhalten zusteht, nicht zuletzt den Ambitionen und den wie selbstverständlich reklamierten Anrechten Deutschlands den Kampf angesagt.

Dass die hiesige Trump-Schelte sich gern als Sorge um die Demokratie in Amerika vorträgt, finden wir auch nicht verwunderlich: Deutscher Kosmopolitismus besteht nun einmal darin, die ganze Welt am Maßstab ihrer Nützlichkeit für ‚uns‘ zu messen und jede Abweichung davon als Verstoß gegen die völkerübergreifend guten Sitten demokratischen Regierens zu brandmarken. Soviel haben deutsche Weltbürger offensichtlich von den USA gelernt: Für eine international führende Macht gehört es sich einfach, die Ausrichtung anderer Staaten an ihren ausgreifenden Ansprüchen mit dem Verweis auf die Verantwortung für gemeinsame Werte und Ver – pflichtungen einzufordern, als deren Anwalt, Richter und Aufpasser man sich präsentiert.

Dass deutsche Trump-Feinde für ihr Urteil antideutscher, also un- bis antidemokratischer Umtriebe im Weißen Haus haufenweise Belege finden, ist daher einerseits ausgemachte Sache. Was ihrem nationalistischen Blick auf den Mann im Weißen Haus als ‚Populismus‘ unliebsam aufstößt, das hat andererseits aber durchaus Substanz in den programmatischen Stellungnahmen und den öffentlich zelebrierten Methoden Trumps. Die passen tatsächlich nicht zum gewohnten Kanon einvernehmlichen nationalen Regierens und Regierungswechsels, dem dessen Anhänger den griechischen Ehrentitel – ‚Demokratie‘ – vorbehalten. Donald Trump hegt nämlich eine ehrliche Hochachtung vor seinem Volk und dessen Anspruch auf Herrschaft, dem er unbedingt zu seinem Recht verhelfen will.

*

Unser Angebot: Im Unterschied zu allen nationalistischen Liebhabern der demokratischen Staatsform können wir erklären,

was Donald Trump meint, wenn er von „the people“ spricht;

warum er und halb Amerika davon ergriffen sind, dass er als Milliardär sich mit amerikanischen Fabrikarbeitern eins und einig präsentiert;

wieso er als Inhaber des höchsten aller institutionalisierten Ämter ausgerechnet die Institutionen und Ämter der USA als „Establishment“ beschimpft und so manche von ihnen nach Kräften bekämpft;

welche Mission für sein Volk und seine Nation er nämlich verfolgt, wenn er mit dem, was er beiden versprochen hat, im Amt ernst macht.

[veranstaltungstipp] Der deutsche Kapitalismus: Lebensstandard und sozialstaatliche Fürsorge im reichsten Land Europas

Die GEGENSTANDPUNKT-Redaktion bietet die Gelegenheit zur politischen Diskussion

Jour fixe in Dortmund – Regelmäßiger Diskussionstermin

Ort: Dietrich-Keuning-Haus, Leopoldstr. 50-58 (Hbf Nordausgang), Dortmund, Raum 226
am Dienstag, 09. Mai, um 19.00 Uhr

‘Ausbeutung’ und ‘Armut in Deutschland? Dass viele Menschen hart arbeiten und zu wenig Geld haben, um davon ordentlich zu leben, bestreitet niemand. Dem Urteil, dass sein Lebensinhalt die Dienstbarkeit an fremdem Nutzen ist, will sich aber einfach so keiner von denen anbequemen, die sich dafür einspannen lassen. Denn nach Arbeitsende und mit dem verdienten Lohn eröffnet sich das geschätzte Reich der Freiheit, mit der jeder anfangen kann, was er für wichtig hält, und Millionen probieren, den Traum vom Lohn der Mühen wahrzumachen. Die Eigenart ihrer Mühen, sich für sie nicht zu lohnen, bewirkt, dass viele Herausforderungen zu bewältigen sind, um sie für sich lohnend zu machen. In der Tat kann der deutsche Normalverbraucher sich einiges leisten von dem reichhaltigen Warenangebot, auch die wirklich Armen werden nicht vergessen: Ein Blick auf die Notwendigkeiten und Späße des freien Privatlebens sowie auf die Hilfen unseres Sozialstaates zeigt, wodurch Konsum und Lebensstandard in Deutschland bestimmt sind.

Lesetipp: „Merkels Land – I. Der deutsche Kapitalismus II. Lebensstandard und sozialstaatliche Fürsorge im reichsten Land Europas“ (GSP 3-16)

Buchvorstellung: Gesundheit – ein Gut und sein Preis

Montag, 8. Mai 2017, 19.30 Uhr
Bochum, Ruhruniversität, KulturCafé, Universitätsstraße 150

Veranstalter: Kritik und Argumente / Referentin: Sabine Predehl, Autorin

Mit einer Kritik am Gesundheitswesen macht man sich leicht Freunde. Kaum eine gesellschaftliche Einrichtung wird so mit Kritik bedacht wie der Medizinbetrieb: dass es allzu vielen Vertretern mehr ums Geld als um ‚ihre‘ Patienten geht, dass es ihnen an Können fehlt, dass Kassenbeiträge zu hoch sind und an Versorgungsleistungen gespart wird… Und als Gipfel der Kritik wird gefordert: Gesundheit darf keine Ware sein!
 
Kaum ein Metier genießt gleichzeitig ein so hohes Ansehen wie das Medizinwesen, das damit befasst ist, der Gesundheit aufzuhelfen. Alle Einwände leben ja von der Hochachtung vor einer Heilkunst, nach deren Diensten ein wachsender Bedarf besteht und der die Kundschaft nie ausgeht.
 
Diese kritische Hochachtung vor Auftrag und Leistung des medizinischen Dienstes an der Gesundheit, ist die Sache des Buches, das im Vortrag vorgestellt werden soll, nicht. Es klagt nicht ein Mehr und Besser an heilsamen Dienstleistungen ein, sondern erklärt und kritisiert,
 
• inwiefern der massenhafte Bedarf nach Gesundheit und seine Betreuung ein schlechtes Licht auf die Gesellschaft und den Dienst werfen, den die Medizin mit ihrem Ethos des Heilens und Helfens leistet;
 
• woher der nie zufriedenzustellende Bedarf stammt, den das Gesundheitswesen betreut. Dass und wie namlich das System der Marktwirtschaft die massenhaften Falle von Krankheiten produziert, die nicht zufällig „Volksseuchen“ oder „Zivilisationskrankheiten“ heißen;
 
• warum die individuellen Bemühungen, sich, soweit es Zeit, Geld und sonstige ‚private Umstände‘ zulassen, um seine Gesundheit zu kümmern, so wenig tauglich sind, bzw. wozu sie taugen: Ihr einzig wirklich garantiertes Ergebnis besteht darin, sich an der privaten Bewältigung von lauter gesellschaftlichen ‚Umständen‘ abzuarbeiten, die systematisch krank machen;
 
• wie verkehrt die Medizin mit ihrem praktischen Standpunkt der individuellen Betreuung die gesellschaftlichen Ursachen in den Blick nimmt; als äußeren Anlass und Auslöser von Beschädigungen an Körper und Geist der Gesellschaftsmitglieder, um deren Behandlung am einzelnen Patienten sie sich dann nach bestem Gewissen und naturwissenschaftlichen Wissen kümmert;
 
• welchen gesellschaftlichen Auftrag die Ärzteschaft mit ihren praktischen Hilfsdiensten an der Gesundheit der Patienten und ihren Ratschlägen zu ‚vernünftigerer‘ Lebensweise und besserem Umgang mit ‚gesundheitsschädlichen Gegebenheiten‘ erfüllt, was also das staatliche Gesundheitswesen leisten soll und leistet, wenn es allen Bürgern Zugang zu den Errungenschaften der Medizin gewährt: einen unverzichtbaren Beitrag zum Funktionieren einer Konkurrenzgesellschaft, deren Folgen der Staat betreut und in der sich die Leute zu ihrem nicht nur gesundheitlichen Schaden bewähren und behaupten müssen und wollen.
 
Der Vortrag will dazu einige Argumente liefern und zur Diskussion stellen.

 

[veranstaltungstipp] Das Kapital wirbt für das ‚bedingungslose Grundeinkommen‘

Die GEGENSTANDPUNKT-Redaktion bietet die Gelegenheit zur politischen Diskussion

Jour fixe in Dortmund – Regelmäßiger Diskussionstermin

Ort: Dietrich-Keuning-Haus, Leopoldstr. 50-58 (Hbf Nordausgang), Dortmund, Raum 226
am Dienstag, 28. März, um 19.00 Uhr

Das Kapital wirbt für das ‚bedingungslose Grundeinkommen‘, die Politik hält ‚gute Arbeit‘ dagegen. Spitzenmäßige Antworten auf die widersprüchliche Inanspruchnahme der Lohnarbeit

Seit eh und je wird der Kapitalismus mit wohlmeinenden Verbesserungsvorschlägen bedacht. Idealisten der Marktwirtschaft erscheinen die modernen Formen der Armut, die der Kapitalismus bei sich beherbergt, eingedenk der beeindruckenden Reichtümer und Produktivkräfte moderner Gesellschaften als überkommen und eigentlich überflüssig und sie vermuten, dass die aufgeklärte Menschheit das Zeug dazu hätte, es zu allerlei Wahrem, Schönem, Gutem zu bringen, wenn man sie nur aus ihren elementarsten Existenzsorgen und -nöten entlassen würde. Während sie regelmäßig und gerne Rezepte ersinnen, wie der Kapitalismus ohne allzu große umstürzlerische Kraftanstrengungen mit ein wenig Umfairteilung hier und da von seinen schlechten Seiten bereinigt werden könnte, verweisen ihre Kontrahenten aus Presse, Politik und Wirtschaft mit ihrem ‚Realismus‘ darauf, dass sich derlei Vorstellungen an der harten, marktwirtschaftlichen Wirklichkeit immerzu die Zähne ausbeißen. Und das spricht in ihren Augen selbstverständlich nicht gegen die herrschenden Zustände, sondern gegen solche Verbesserungsideen; die blamieren sich an der unumstößlichen Realität als romantische Spinnerei. Allenfalls in so feingeistigen wie unmaßgeblichen feuilletonistischen Erörterungen über den tieferen Sinn- und höheren Wertehaushalt des Menschen haben diese Utopien ihr Recht – vorausgesetzt, ihre Verfechter sind so vernünftig und wollen selber nicht mehr, als das allgegenwärtige Herumproblematisieren um ein paar interessante Ideen zu bereichern.

Interessant also, wenn seit einer Weile der Vorschlag für ein bedingungsloses Grundeinkommen, „der sonst nur als Idee von Sozialromantikern abgetan wird“ (sz.de, 21.1.16), von waschechten Managern, Konzernvorständen und weiteren ökonomischen Entscheidungsträgern, „die sich keineswegs als Sozialromantiker verstehen, sondern als Anhänger der Marktwirtschaft“ (sz.de, 22.1.16), aus der Sphäre des verträumten Philanthropismus hervorgekramt und als Antwort auf die ‚Probleme‘ der ‚Arbeitswelt 4.0‘ ins Spiel gebracht wird. Nicht so sehr, weil „die Szene“ sich laut konservativer Presse darüber „die Augen reibt“ (faz.net, 2.6.16), sondern weil der Therapievorschlag einiges darüber verrät, womit die, die es schließlich wissen müssen, für die ‚Zukunft der Arbeit‘ ganz fest rechnen.