Archiv der Kategorie: Veranstaltungen

[öffentliche diskussion]

„America first!“ im Hinterhof:
die USA unter Trump sichert ihre Einflusssphäre auf dem amerikanischen Kontinent strategisch ab

Datum: Donnerstag, 26. Februar 2026, 19.00 Uhr
Ort:  Bahnhof Langendreer Wallbaumweg 108, 44894 Bochum,  Raum 6
Veranstalter: kritik&argumente

„Nach Jahren der Vernachlässigung werden die Vereinigten Staaten die Monroe-Doktrin wieder geltend machen und durchsetzen, um die Vorrangstellung Amerikas in der westlichen Hemisphäre wiederherzustellen und unser Heimatland sowie unseren Zugang zu wichtigen geografischen Gebieten in der gesamten Region zu schützen.“

  • Stichwort „unsere Hemisphäre“: Welchen politischen Standpunkt macht die Regierung Trump bezüglich Mittel- und Südamerika kenntlich, wenn sie die Region mit dem Possessivpronomen „unser“ zu ihrem Hinterhof erklärt?
  • Stichwort „Vernachlässigung“: Was hat die USA in ihrem Hinterhof anbrennen lassen, das jetzt mit Gewalt wiederhergestellt werden muss?
  • Stichwort „Vorrangstellung“: Was muss im Namen der Monroe-Doktrin gesichert werden und vor wem eigentlich?

Unsere These: Es geht Trump nicht darum, einen Status wiederherzustellen oder ökonomische Vorrangstellungen zurückzuerobern, sondern darum, das Verhältnis zu den Staaten der Region grundsätzlich neu festzuschreiben – als exklusives Verfügungsrecht, mit dem die USA den Staaten vor Ort die Bedingungen ihrer Staatsräson diktiert. Mit der neuen nationalen Sicherheitsdoktrin „Peace Through Strength“ räumt die USA die sogenannte „regelbasierte Weltordnung“ ab und führt neue Sitten in die Konkurrenz der Staaten ein.

Darüber wollen wir diskutieren.

[öffentliche diskussion]

Wehrreform: Deutschland macht sich kriegsbereit
– und du sollst dich dazu stellen!

Datum: Donnerstag, 29. Januar 2026, 19.00 Uhr
Ort:  Bahnhof Langendreer Wallbaumweg 108, 44894 Bochum,  Raum 6
Veranstalter: kritik&argumente

Die Zeitenwende 2.0 verlangt mehr als Waffen und Geld – sie verlangt den dazu passenden Geist. Und da diagnostiziert die politische Führung beim Volk einen Mangel: zu friedlich, zu bequem, zu wenig vorbereitet auf das, was sie als nationale Notwendigkeit ausruft. Die Bevölkerung wird mit Feindbildpflege, drastischer Ausmalung der Bedrohungslage und dem Aufruf, dieser resilient und nicht zu ängstlich zu begegnen, geistig auf Krieg getrimmt, der nicht weiter als Ausnahme, sondern als realistische Lebensperspektive begriffen werden soll.

Gefordert und gefördert wird ein „Mentalitätswechsel“, dessen Notwendigkeit am Feindbild Russland vorgeführt wird: Das Volk soll endlich begreifen, dass es sich geistig auf einen konventionellen Krieg gegen Russland einzustellen hat. Diese Perspektive wird nicht begründet, sondern als Sachzwang verkündet, der angeblich aus der „Lage“ folgt. Dass es sich dabei um einen politischen Willen handelt, der Gegner benennt, Fronten zieht und Aufrüstung betreibt, verschwindet hinter der Beschwörung einer unausweichlichen Notwendigkeit. Dabei stellt kaum jemand die unerwünschte Fragen: Warum eigentlich dieser Krieg – und welchen und wessen Zwecken dient er?

Am Ende wird es persönlich. Die Wehrreform verwandelt den Dienst für den Staat in eine private Gewissensfrage: „Was kann ich und was will ich zur Sicherheit meines Landes, in dem ich lebe, beitragen?“ Jeder soll sich fragen, ob er bereit ist, für „uns alle“ zu dienen. Mit derart moralischer Nötigung wird die Bevölkerung nicht nur auf den Ernstfall eingeschworen, jeder Einzelne soll ihn als bekennender Teil der nationalen Schicksalsgemeinschaft auch geistig mittragen. Jeder soll entscheiden, was er für die Sicherheit des Landes tun will. Dabei ist das einzige, was der befragte Mensch entscheidet, nur eins: sich!

Darüber wollen wir diskutieren:
Mit welchen Zumutungen an den Verstand wird aus einem fremden Staat ein ganz persönlicher Feind gemacht? Wie wird von jedem Einzelnen verlangt, sich innerlich auf die staatliche Kriegsvorbereitung einzustellen – als Gewissensfrage, als Verantwortungsbeweis, als demokratische Pflicht? Und warum erweist sich ausgerechnet die demokratische Kritik an Aufrüstung, Wehrpflicht und Lastenverteilung als so verlässlich produktiv für genau das, was sie angeblich hinterfragt: die Herstellung allgemeiner Kriegsbereitschaft?

[öffentliche diskussion]

Trumps Zollkrieg

Datum: Donnerstag, 18. Dezember 2025, 19.00 Uhr
Ort:  Bahnhof Langendreer Wallbaumweg 108, 44894 Bochum,  Raum 4
Veranstalter: kritik&argumente

Fortsetzung der Diskussion der Vortragsveranstaltung in der RUB.
Neueinstieg problemlos möglich!

US-Imperialismus 2.0
Dass „wir“ Trump nicht leiden können, ist in Deutschland und Europa ausgemachte Sache in den etablierten Kreisen von Politik und Öffentlichkeit. Letztere bewährt sich darin, alle Register der Hetze zu ziehen, mit der sie bisher eher die Unholde östlicher und südlicher Weltgegenden dem Publikum zwecks herzlicher Verachtung nahegebracht hat.
Das nehmen die Vertreter der wirklichen Politik gern zur Kenntnis — zum Leitfaden ihres Umgangs machen sie diese Hetze aber nicht: Sie üben sich in berechnendem Opportunismus, wenn sie mit Trump zu tun haben und geben damit den parteilichen Kommentatoren die teilnahmsvoll idiotische Frage auf, ob sie das mehr als Klugheit feiern oder als Eingeständnis von Machtlosigkeit peinlich finden sollen. An Trump stören eben in Wirklichkeit nicht die ihm nachgesagten Untugenden, sondern der Inhalt seiner Politik und die Macht, mit der er diese verfolgt.

Darum will unsere Diskussion auf die imperialistische Konsequenz aufmerksam machen, die in Trumps Bruch mit den Verkehrsformen und Rechnungsweisen der bisherigen Weltwirtschaftsordnung steckt. Das erpresserische Eintreiben von Tribut bei allen Handelspartnern ist seine Antwort auf den Widerspruch der globalen Konkurrenzordnung zum Nutz und Frommen des einen, sie stiftenden Konkurrenten. Und der Präsident kann das wegen der ungeheuren Leistung, die die vielgerühmte „regelbasierte Weltwirtschaft“ für ihren amerikanischen Urheber erbracht hat.

[öffentliche diskussion]

„Herbst der Reformen“
Angesagter Klassenkampf von oben

Datum: Donnerstag, 27. November 2025, 19.00 Uhr
Ort:  Bahnhof Langendreer Wallbaumweg 108, 44894 Bochum,  Raum 6
Veranstalter: kritik&argumente

Die Regierung verkündet mit ihren herbstlichen Reformvorhaben einige harte Klarstellungen zum Verhältnis von Arbeit, Wirtschaftswachstum und gerechter sozialer Betreuung. Man muss ihr nur zuhören und erfährt:

– dass zu einer erfolgreich wachsenden oder rezessionsgeplagten Wirtschaft notwendig ganz viel Armut gehört, die deshalb sozialstaatlich betreut werden muss;
– wie sich Bedürftigkeit definiert, nämlich nach den eigenen Anstrengungen, dem Sozialstaat nicht zur Last zu fallen;
– wie man nach dem Arbeitsleben seinen Lebensabend mit kleiner Rente doch „aktiv“ gestalten kann: indem man das Arbeitsleben einfach verlängert;
– was bei „Work“ und „Life“ in „Balance“ zu bringen ist.

Die angekündigten Maßnahmen zeugen nicht davon, dass die zuständige Politik von den Lebensverhältnissen der „normalen Leute“ in ihrer Republik nichts weiß.

Sie legt mit ihren Beschlüssen gerade fest, womit ihre lohnabhängigen Bürger in dieser sozialen Marktwirtschaft zurechtzukommen haben. So will sie nicht nur Deutschland wieder auf Wachstumskurs bringen, sondern vor allem ihrem Volk Gerechtigkeit schenken!

[vortrag&diskussion]

Trumps Zollkrieg

Datum: Dienstag, 09. Dezember 2025, 19 Uhr 
Ort: Bochum, Ruhr-Universität – AStA-KulturCafé, Universitätsstr. 150
Gastreferent: Ein Redakteur der Zeitschrift GegenStandpunkt
Veranstalter: Gruppe kritik&argumente

US-Imperialismus 2.0
Dass „wir“ Trump nicht leiden können, ist in Deutschland und Europa ausgemachte Sache in den etablierten Kreisen von Politik und Öffentlichkeit. Letztere bewährt sich darin, alle Register der Hetze zu ziehen, mit der sie bisher eher die Unholde östlicher und südlicher Weltgegenden dem Publikum zwecks herzlicher Verachtung nahegebracht hat.
Das nehmen die Vertreter der wirklichen Politik gern zur Kenntnis — zum Leitfaden ihres Umgangs machen sie diese Hetze aber nicht: Sie üben sich in berechnendem Opportunismus, wenn sie mit Trump zu tun haben und geben damit den parteilichen Kommentatoren die teilnahmsvoll idiotische Frage auf, ob sie das mehr als Klugheit feiern oder als Eingeständnis von Machtlosigkeit peinlich finden sollen. An Trump stören eben in Wirklichkeit nicht die ihm nachgesagten Untugenden, sondern der Inhalt seiner Politik und die Macht, mit der er diese verfolgt.

Darum will unser Vortrag auf die imperialistische Konsequenz aufmerksam machen, die in Trumps Bruch mit den Verkehrsformen und Rechnungsweisen der bisherigen Weltwirtschaftsordnung steckt. Das erpresserische Eintreiben von Tribut bei allen Handelspartnern ist seine Antwort auf den Widerspruch der globalen Konkurrenzordnung zum Nutz und Frommen des einen, sie stiftenden Konkurrenten. Und der Präsident kann das wegen der ungeheuren Leistung, die die vielgerühmte „regelbasierte Weltwirtschaft“ für ihren amerikanischen Urheber erbracht hat.

[öffentliche diskussion]

Anlässlich des Falls Brosius-Gersdorf:
Wen oder was schützt der Abtreibungsparagraf 218?

Datum: Donnerstag, 30. Oktober 2025, 19.00 Uhr
Ort:  Bahnhof Langendreer Wallbaumweg 108, 44894 Bochum,  Raum 6
Veranstalter: kritik&argumente

Die (gescheiterte) Wahl einer Verfassungsrichterin führt zur ersten Krise der schwarz-roten Regierung und hat einen handfesten politischen Kern. Rechte Netzwerke und Teile der C-Union erklären Brosius-Gersdorf, eine Vertreterin liberalerer Abtreibungsregeln, als untragbar für dieses hohe Amt – und geben mit allem konservativen Eifer sachdienliche Auskünfte über das Verhältnis des Staates zur Privatsphäre seiner Bürger:innen, den nationalen Zeitgeist und die gebotene Moral des Volkes:

– Sie stellen klar, dass Schwangerschaft und -abbruch eine Angelegenheit staatlichen Rechts ist und dass die Frau sich aus der Frage, ob sie das Kind will, ein persönliches Gewissen machen soll;

– Sie bestehen darauf (gegen jegliche Illusion über das „Selbstbestimmungsrecht der Frau“), dass „die Familie die Keimzelle der Nation“ ist und führen einen Kulturkampf um „deutsche Identität“.

Über Inhalt und Grund dieses Streits um das „Recht auf Leben“ wollen wir diskutieren.

[öffentliche diskussion]

Wachstum als Imperativ

Datum: Donnerstag, 25. September 2025, 19.00 Uhr
Ort:  Bahnhof Langendreer Wallbaumweg 108, 44894 Bochum,  Raum 6
Veranstalter: kritik&argumente

Ohne Wachstum kein Sozialstaat, zu wenig Mittel für Verteidigung und für die Modernisierung der Infrastruktur, verkündet die neue Wirtschaftsministerin Katherina Reiche.

Was sie über die kapitalistische Gesellschaft zu Protokoll gibt, ist keine Banalität. Es ist der laufende Wahnsinn einer Staatsräson, die das gesellschaftliche Leben dem Zweck untergeordnet hat, dass die Wirtschaft immerzu wächst: Alles, was produziert, erarbeitet und an den Menschen gebracht wird, ist dem höheren Ziel verschrieben, mehr zu werden als im Jahr zuvor.

Dabei bezieht sich der Wirtschaftserfolg, auf den Reiche so scharf ist, weder auf einen konkreten Bedarf, noch dient er der Beseitigung eines bestimmten Mangels und seiner gezielten Überwindung, sondern er verweist auf einen abstrakten, maßlosen und gültigen Imperativ: Aus Geld mehr Geld machen – davon wird bei uns die Arbeit und die Erfüllung jedes konkreten Bedarfs tatsächlich abhängig gemacht; dafür wird beides in Anspruch genommen.

[öffentliche diskussion]

Trump, der Dealmaker

Datum: Donnerstag, 28. August 2025, 19.00 Uhr
Ort:  Bahnhof Langendreer Wallbaumweg 108, 44894 Bochum,  Raum 6
Veranstalter: kritik&argumente

Trumps Zolldeal mit von der Leyen erregt die Gemüter: Welchen greifbaren ökonomischen Nutzen verfolgt Trump? Wird ihm überhaupt gelingen, was er mit seiner Zollpolitik anpackt, oder wird seine Handelspolitik zu einem riesigen Boomerang, der der US-Wirtschaft mehr schadet als nützt?

Damit nicht genug. Auch der Nato-Gipfel, das Alaska-Treffen zwischen Trump und Putin und der „Gegengipfel“ in Washington beschäftigen die hiesigen kritischen Geister unter der Prämisse: Ist Trump jetzt „Putin-hörig“, verrät er unseren gemeinsamen Auftrag, Russland in die Knie zu zwingen?

Aber das sind mit Sicherheit die falschen Fragen!

Wir wollen anhand der letzten „Deals“ stattdessen diskutieren, was die Logik der trumpschen Politik ist und was Trump an Europa stört.

[öffentliche diskussion]

Apropos „Drecksarbeit“

Berliner Kriegshetze

Datum: Donnerstag, 31. Juli 2025, 19.00 Uhr
Ort:  Bahnhof Langendreer Wallbaumweg 108, 44894 Bochum,  Raum 6
Veranstalter: kritik&argumente

Es hat etwas Lächerliches an sich, wenn der Kanzler eines Staates, dem der Chef der einen großen Weltmacht wiederholt seine Irrelevanz in Kriegsfragen bescheinigt, auf Nachfrage so antwortet, als wäre Israels Überfall auf den Iran so etwas wie eine tapfere Dienstleistung an einem überragenden strategischen Interesse der deutschen Nation. Aber wenn es nur das wäre.

Mit größter Selbstverständlichkeit, so als wäre gar nichts weiter dabei, definiert der Kanzler der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt Deutschlands Verhältnis zum Krieg, im Allgemeinen und im Besonderen; nicht neu, aber zeitenwendegemäß vorwärtsweisend.

Lesetipp zur Diskussion: LINK

[vortrag&diskussion]

Zu viel? Zu wenig? Zu unkontrolliert? Zu inhuman?

Deutschlands Migration und
Migrationsproblem

Datum: Dienstag, 24. Juni 2025, 19 Uhr 
Ort: Bochum, Ruhr-Universität – AStA-KulturCafé, Universitätsstr. 150
Gastreferent: Ein Redakteur der Zeitschrift GegenStandpunkt
Veranstalter: Gruppe kritik&argumente

Migration war das Thema des jüngsten Wahlkampfes. Und zwar gleich in der Form einer Frage von unser aller Sicherheit, wofür ein paar Attentate den passenden Anlass gaben. Die wurden von Politikern quer durch das demokratische Spektrum mit dem Migrationshintergrund der Attentäter zusammengeschlossen in einer dreist-absurden Weise, die offenbar ins geistig-moralische Repertoire ihres Berufsstandes gehört.
Migration aktuell als Problem für „unsere Sicherheit“, generell als Gefahr für ein Ding namens „unsere Kultur und Identität“ – das darf sie auf keinen Fall sein, wofür die Politik endlich zu sorgen hat; darüber besteht Einigkeit. Und gleichzeitig wird ebenfalls ziemlich einhellig beteuert, dass Migration, nützliche, selbstverständlich auch weiterhin sein muss: „für unseren Standort“, „für unseren Wohlstand“, irgendwie auch für „unsere Zukunft“ und diese Dinge. Beteuerungen dieser Art sind eigenartig.

Sie unterstellen nämlich erstens bei denen, an die sie sich richten, den Glauben, letztlich wäre es ein großes Privileg, dieses Land als „Heimat“ bewohnen zu dürfen, die man sich eigentlich und wenigstens nicht mit Fremden zu teilen braucht. Um sie aber zweitens mit Verweisen auf den Nutzen, den sie als Deutsche von den Leistungen der Migration haben, mit der dauerhaften Anwesenheit von Fremden zu versöhnen. Und weder beim Stolz auf ein „Wir“, das im Grunde keine Fremden verträgt, noch bei der verordneten Duldung der Fremden als Nützlinge für „uns“ darf es die so angesprochenen Deutschen irritieren, dass „ihre Heimat“ für sie mehrheitlich exakt die öden Rollen vorsieht, in denen sie dann, wenn überhaupt, auch ihren 30% Zeitgenossen „mit Migrationshintergrund“ begegnen – auf dem Arbeitsmarkt, auf dem Wohnungsmarkt, in den Wartelisten bei staatlichen Ämtern und bei Kassenärzten …

Darum kümmern sich engagierte, volksfreundliche Politiker, die auch für die regelmäßig in Hass umschlagende Xenophobie ihres Volkes ein offenes Ohr haben. Die organisieren also beides: die Migration und die Lebendigkeit eines patriotischen Herr-im-Haus-Standpunkts, der mit Migration immer so schlecht zurechtkommt. Für beides haben sie ihre Gründe. Die erklärt der Vortrag.