{"id":229,"date":"2016-11-09T13:55:54","date_gmt":"2016-11-09T12:55:54","guid":{"rendered":"http:\/\/kritik-und-argumente.de\/?p=229"},"modified":"2016-12-15T22:09:30","modified_gmt":"2016-12-15T21:09:30","slug":"veranstaltungstipp-jeder-will-sie-kaum-einer-kriegt-sie-gerechtigkeit-was-ist-das","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/kritik-und-argumente.de\/?p=229","title":{"rendered":"[veranstaltungstipp] Jeder will sie, kaum einer kriegt sie: Gerechtigkeit &#8211; was ist das?"},"content":{"rendered":"<p align=\"left\"><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><b>Die G<\/b><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><b>EGEN<\/b><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><b>S<\/b><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><b>TANDPUNKT<\/b><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><b>-Redaktion bietet die Gelegenheit zur politischen Diskussion<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<h2 class=\"western\">Jour fixe in Dortmund &#8211; Regelm\u00e4\u00dfiger Diskussionstermin<\/h2>\n<p><b>Ort:<\/b> Dietrich-Keuning-Haus, Leopoldstr. 50-58 (Hbf Nordausgang), Dortmund, <b>Raum <\/b><b>226<\/b><br \/>\nam <b>1<\/b><b>5<\/b><b>. <\/b><b>November<\/b>, um <b>19.00 Uhr<\/b><\/p>\n<h3 class=\"western\">Jeder will sie, kaum einer kriegt sie:<\/h3>\n<h1 class=\"western\">Gerechtigkeit &#8211; was ist das?<\/h1>\n<p align=\"justify\">&#8211; Un\u00fcbersehbar ist erstens, wie allgegenw\u00e4rtig im \u00f6konomischen Leben kapitalistischer Nationen die Beschwerde ist, <i>ungerecht<\/i> behandelt zu werden. Wo immer man hinschaut, sind nicht nur offensichtlich best\u00e4ndig <i>Sch\u00e4den<\/i> zu beklagen, sondern wird Kritik daran im Namen der <i>Gerechtigkeit<\/i> gef\u00fchrt: Ob beim Streit \u00fcber Managergeh\u00e4lter, die Entlohnung von Krankenschwestern oder die richtige H\u00f6he der Renten \u2013 immer wird die Beschwerde aufgemacht, dass man nicht bekommt, was wem auch immer <i>zusteht<\/i>.<\/p>\n<p align=\"justify\">Dabei beziehen sich die Klagen keinesfalls ausschlie\u00dflich auf das Feld \u00f6konomischer Verh\u00e4ltnisse: Bis ins Privatleben hinein wird Beschwerde im Namen einer ungerechten Behandlung eingelegt. Es wird nicht einfach mit dem eigenen Interesse argumentiert, dass man also <i>will<\/i>, worauf sich die eigene Begierde richtet, sondern damit, dass einem <i>zusteht<\/i>, was man fordert: wegen dem, was man geleistet hat, also zurecht erwarten darf \u2013 d.h. <i>verdient<\/i> hat \u2013, was man fordert. Ideell beansprucht und praktisch gefordert wird ein <i>Passungsverh\u00e4ltnis<\/i> zwischen dem, was man \u2013 in welcher Hinsicht auch immer \u2013 von sich hergibt und dem, was man \u2013 in welcher Hinsicht auch immer \u2013 von seiner Umwelt als angemessenes Entgegenkommen daf\u00fcr erwarten darf.<\/p>\n<p align=\"justify\">&#8211; Un\u00fcbersehbar ist zweitens, dass diese Klagen in dem Bewusstsein gef\u00fchrt werden, dass Gerechtigkeit doch die eigentlich \u00fcbergeordnete und anerkannte Norm ist, die sich zu achten geh\u00f6rt, das allgemeing\u00fcltige Kriterium, nach dem sich alles gesellschaftliche Treiben zu richten h\u00e4tte. Und diejenigen, die die Klage der Ungerechtigkeit f\u00fchren, wissen auch eine Instanz, die die Durchsetzung dieser Maxime verbindlich zu machen h\u00e4tte: <i>ihr Staat<\/i>.<\/p>\n<p align=\"justify\">&#8211; Un\u00fcbersehbar ist drittens, dass der Staat die Klagen seiner B\u00fcrger nicht zur\u00fcckweist, schon gleich nicht als Angriff auf sich und ihre Ordnung wertet, sondern als Ma\u00dfstab der Kritik anerkennt und selbst im Munde f\u00fchrt. Der Staat stellt tats\u00e4chlich <i>beim Vollzug<\/i> seiner <i>Herrschaft<\/i> an sich selbst den Anspruch, seinen B\u00fcrgern eine <i>gerechte Behandlung<\/i> zukommen zu lassen.<\/p>\n<p align=\"justify\">Dass die Forderung nach Gerechtigkeit ein nicht aussterbender Dauerbrenner im Verh\u00e4ltnis von Staat und Volk ist, hat also seinen Grund in den Verh\u00e4ltnissen, aus denen der immerw\u00e4hrende Ruf nach Gerechtigkeit erschallt: Gerechtigkeit ist dabei weder einfach eine <i>Ideologie<\/i> noch einfach die <i>Sache<\/i>, um deren Erf\u00fcllung sich die kapitalistische Gesellschaft dreht, sondern sowohl der <i>Geist<\/i>, in dem der Staat ausgerechnet <i>bei der Unterordnung<\/i> der Gesellschaft unter die Rechtsprinzipien seiner <i>Gewalt<\/i> agiert, wie das <i>verkehrte<\/i> <i>Bewusstsein<\/i>, in dem die B\u00fcrger ihre <i>gegens\u00e4tzlichen Interessen<\/i> als gutes Recht praktisch immerzu verfolgen.<\/p>\n<p align=\"justify\">Warum und inwiefern die Forderung nach Gerechtigkeit zu den herrschenden Verh\u00e4ltnissen passt, wie die Faust aufs Auge, wollen wir auf dem Diskussionstermin erl\u00e4utern.<\/p>\n<p align=\"justify\">Lesetipp:<\/p>\n<p align=\"justify\">GSP 4-15 Stichwort: Gerechtigkeit<\/p>\n<p align=\"justify\">GSP 2-16 Korrespondenz zum \u201eStichwort: Gerechtigkeit\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die GEGENSTANDPUNKT-Redaktion bietet die Gelegenheit zur politischen Diskussion Jour fixe in Dortmund &#8211; Regelm\u00e4\u00dfiger Diskussionstermin Ort: Dietrich-Keuning-Haus, Leopoldstr. 50-58 (Hbf Nordausgang), Dortmund, Raum 226 am 15. November, um 19.00 Uhr Jeder will sie, kaum einer kriegt sie: Gerechtigkeit &#8211; was ist das? &#8211; Un\u00fcbersehbar ist erstens, wie allgegenw\u00e4rtig im \u00f6konomischen Leben kapitalistischer Nationen die Beschwerde [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[9,3],"tags":[],"class_list":["post-229","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-archiv","category-veranstaltungen"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/kritik-und-argumente.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/229","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/kritik-und-argumente.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/kritik-und-argumente.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/kritik-und-argumente.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/kritik-und-argumente.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=229"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/kritik-und-argumente.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/229\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":230,"href":"http:\/\/kritik-und-argumente.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/229\/revisions\/230"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/kritik-und-argumente.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=229"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/kritik-und-argumente.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=229"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/kritik-und-argumente.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=229"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}