{"id":142,"date":"2015-10-25T12:09:10","date_gmt":"2015-10-25T11:09:10","guid":{"rendered":"http:\/\/kritik-und-argumente.de\/?p=142"},"modified":"2015-11-23T18:59:43","modified_gmt":"2015-11-23T17:59:43","slug":"veranstaltungstipp-weltfluechtlingsmacht-deutschland","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/kritik-und-argumente.de\/?p=142","title":{"rendered":"[veranstaltungstipp] Weltfl\u00fcchtlingsmacht Deutschland (Teil II)"},"content":{"rendered":"<p>Die <b>GEGENSTANDPUNKT<\/b>-Redaktion bietet die Gelegenheit zur politischen Diskussion<\/p>\n<p><b>Ort:<\/b> Dietrich-Keuning-Haus, Raum 226, Leopoldstr. 50-58 (Hbf Nordausgang), Dortmund<br \/>\n<strong>Zeit:<\/strong> am Dienstag 17. November, 19 Uhr:<\/p>\n<h1 class=\"western\" lang=\"de-DE\" align=\"center\"><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><b>Die inneren Unkosten des &#8218;moralischen Imperialismus&#8216; der Kanzlerin und die nationalistische Ablehnung, die sie daf\u00fcr kassiert<\/b><\/span><\/span><\/h1>\n<p><!--more--><\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"justify\">\u201e<i><b>Wenn wir jetzt anfangen, uns noch entschuldigen zu m\u00fcssen daf\u00fcr, dass wir in Notsituationen ein freundliches Gesicht zeigen, dann ist das nicht mein Land.\u201c<\/b><\/i><\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"justify\">Eben doch! Exakt dieses Land regiert Merkel seit \u00fcber 10 Jahren \u2013 nach guter demokratischer Sitte mit Zustimmung ihrer W\u00e4hler. Sie soll also nicht so tun, als ob <i>\u201emein Land\u201c<\/i> und die Politik, mit der sie es machtvoll \u201egestaltet\u201c, mit der Ablehnungsfront nichts zu tun haben, auf die ihr <i>\u201efreundliches Gesicht\u201c<\/i>deutschlandweit trifft. Sie wei\u00df es auch besser: T\u00e4glich entschuldigt sie sich seit ihrer forschen \u00c4u\u00dferung f\u00fcr das, was sie also selbst f\u00fcr eine Zumutung f\u00fcr <i>\u201emein Land\u201c<\/i> h\u00e4lt, das man offensichtlich nicht so leicht lieben kann ohne Missgunst gegen\u00fcber Fremden. Die Gr\u00fcnde daf\u00fcr kennt sie nicht nur \u2013 gemeinhin ist sie auf die auch sehr stolz. Sie sind n\u00e4mlich ihr Werk:<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"justify\">Sie hat ihr Land kompromisslos und erfolgreich auf den Anspruch getrimmt, einen ganzen Kontinent \u00f6konomisch und politisch anzuf\u00fchren und auf dieser Basis in der ersten Liga der Weltm\u00e4chte mitzuspielen. Dem sind unter ihrer F\u00fchrung alle Lebensverh\u00e4ltnisse unterworfen worden \u2013 mit den bekannten Resultaten, zu denen u.a. geh\u00f6rt, dass die staatliche Festlegung eines Mindestlohns als soziale Wohltat gefeiert wird, weil das Ergattern irgendeines sozialversicherungstr\u00e4chtigen Tariflohn-Jobs inzwischen als Inbegriff eines seltenen Gl\u00fccks gilt; dass die Aussicht auf einen finanziell abgesicherten Lebensabend als Traum vergangener Generationen ad acta gelegt ist; dass die zunehmende Not ihres vollbesch\u00e4ftigten Volkes, sich irgendeine bezahlbare Wohnung leisten zu k\u00f6nnen, zum Dauerbrenner aller Wahlk\u00e4mpfe wird; dass die Drangsal von Eltern mit zwei bis drei Jobs, ihre Kinder irgendwo abzustellen, den Staat zur Formulierung eines Rechts auf einen Kita-Platz n\u00f6tigt&#8230;<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"justify\">Aber nicht nur die Leistung, ihre lieben Deutschen systematisch in eine immer gnadenlosere Konkurrenz um immer h\u00e4rtere Lebens- und Arbeitsbedingungen gehetzt zu haben, darf sich die Kanzlerin zurechnen. Auch f\u00fcr die Erziehung dieses Volks von erbitterten Konkurrenten zu einem Haufen von Nationalisten, die allen anderen noch viel weniger g\u00f6nnen als sich untereinander, hat sie viel getan: Sp\u00e4testens seit der Euro-Krise hetzt sie die Deutschen permanent dazu auf, sich die erzwungenen Glanzleistungen in Sachen Arbeiten, Verzichten, Sparen als das Recht auf ein deutsches Regiment \u00fcber den Rest der europ\u00e4ischen Staaten einzubilden, also die imperialistische F\u00fchrungsrolle der Nation als \u00dcberlegenheit ihrer tugendhaften Herrenmenschen \u00fcber die minderwertigen europ\u00e4ischen V\u00f6lker abzufeiern Diese Kanzlerin soll jetzt nicht so tun, als ob sie sich dar\u00fcber wundert, dass ihr Volk sich nun auch gegen\u00fcber den Fl\u00fcchtlingen genauso auff\u00fchrt, wie es gute deutsche Sitte ist: sie als Konkurrenten um schlecht bezahlte Arbeit und kaum bezahlbare Wohnungen beargw\u00f6hnt und als unertr\u00e4gliche Fremdk\u00f6rper im nationalen Herrenkollektiv verachtet.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"justify\">In Deutschland 2015 haben Nationalstolz und sein Zwilling, der Ausl\u00e4nderhass, keinen Platz? Ein schlechter Witz. F\u00fcr Fl\u00fcchtlingsfreunde sollte die staatliche Willkommenskultur also kein Grund sein, <i>\u201e<\/i><i>Mama Merkel\u201c<\/i> gut zu finden, nur weil ihnen das Gros <i>\u201e<\/i><i>besorgt<\/i><i>er deutsche<\/i><i>r<\/i><i> Patrioten\u201c<\/i> aktuell noch ganz anders Angst macht als die Politik ihrer Chefin. Denn nur im Vergleich zu dieser gegen die neuen Fremden nationalistisch aufgehetzten Meute von Konkurrenten ist Merkels <i>\u201eGesicht\u201c<\/i> \u00fcberhaupt so etwas wie <i>\u201efreundlich\u201c \u2013 <\/i>und billig zu haben obendrein. Als ihre <i>moralische Haltung<\/i> besteht es n\u00e4mlich blo\u00df darin, die herrenm\u00e4\u00dfige Verachtung fremder Elendsgestalten in die von der gleichen herrenm\u00e4\u00dfigen Warte aus gef\u00fchlte mitleidige Herablassung gegen\u00fcber diesen Elenden umzupolen. Und als ihre <i>praktische Politik<\/i> ist es erst recht alles andere als einfach nur <i>\u201efreundlich\u201c<\/i>: Un\u00fcbersehbar geht \u201edas freundliche Gesicht\u201c mit dem Auftrumpfen der deutschen Macht in und \u00fcber Europa einher, die an den Fl\u00fcchtlingen den unerbittlichen Willen vorf\u00fchrt, die Agenda zu definieren, um die sich Europa- und Weltpolitik gef\u00e4lligst zu drehen haben.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"justify\">Von wegen also, die Republik lie\u00dfe in der Notsituation von ihrem Nationalismus und ihrem Imperialismus nur einen Deut ab: Auch <i>mit<\/i> ein paar Hunderttausend Fl\u00fcchtlingen soll in diesem geilen Land m\u00f6glichst alles so bleiben, wie es war \u2013 ein Land, mit dem man weltweit Staat machen kann.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"center\"><i>*<\/i><\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"justify\">Der Schwerpunkt des heutigen Termins soll auf der innenpolitischen Kontroverse liegen, an der das Volk Anteil nehmen soll: <i>\u201eWir schaffen das!\u201c<\/i> versus <i>\u201eHat Merkel die Lage noch im Griff?\u201c<\/i>; <i>\u201e<\/i><i>verkraften\u201c <\/i>wir<i> <\/i>die unbestellte Last oder <i>\u201eist der Nutzen gr\u00f6\u00dfer als die Kosten?\u201c<\/i> F\u00fcr wen denn? Was ist denn eigentlich in Gefahr, wenn eine Million Fl\u00fcchtlinge hierher kommen und bleiben: Mein Arbeitsplatz, billiger Wohnraum, Sch\u00e4ubles Haushalt, der innere Frieden, unsere Heimat? Alles h\u00e4ngt daran, hei\u00dft es auf beiden Seiten der Debatte, ob die Fl\u00fcchtlinge <i>\u201eintegriert\u201c<\/i> werden: Wohinein denn eigentlich?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die GEGENSTANDPUNKT-Redaktion bietet die Gelegenheit zur politischen Diskussion Ort: Dietrich-Keuning-Haus, Raum 226, Leopoldstr. 50-58 (Hbf Nordausgang), Dortmund Zeit: am Dienstag 17. 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